Arthroskopie Knie

in Therapie


Arthroskopie Knie bei Arthrose

Früher oder später sind wir fast alle von Gelenkbeschwerden betroffen. Ab einem Alter von etwa 65 Jahren, aber beispielsweise bei Leistungssportlern auch schon früher, können sich Anzeichen von Arthrose bemerkbar machen. 143 Gelenke unseres Körpers können theoretisch davon betroffen werden – am häufigsten stellt sich die Arthrose im Knie ein. Man nennt sie auch Gonarthrose. Arthrose im Knie zählt zu den rheumatischen Krankheitsbildern.

Das Kniegelenk: ständig stark beansprucht

Groß und wichtig sind die Kniegelenke: Einerseits lassen sie sich wie Scharniere strecken und beugen. Andererseits kann man bei gebeugtem Knie den Unterschenkel nach innen und außen drehen. Kniegelenke vollbringen ständig Höchstleistungen – schließlich müssen sie stets das komplette Körpergewicht tragen.
Ein Kniegelenk besteht aus dem Schienbein, der Kniescheibe und dem Oberschenkelknochen. Seitlich ist das Wadenbein mit dem Schienbein verbunden. Eine direkte Verbindung zum Kniegelenk hat das Wadenbein nicht.
Das Schienbein und der Oberschenkel passen mit ihren jeweiligen Gelenkflächen nicht ineinander. Diese Diskrepanz sollen halbmondförmige Knorpelscheiben, die Menisken, ausgleichen. Die Menisken bedecken die jeweiligen Enden der Gelenke. Weitere Aufgabe dieser Knorpelscheiben ist eine ständige Optimierung des Zusammenspiels von Kraftübertragung, Stabilität und Druckbelastung. Umgeben wird das gesamte Gelenk von einer Gelenkkapsel, die im Inneren mit einer Schleimhaut (Synovialis) ausgekleidet ist. Die Synovalis produziert die sogenannte Synovia, die Gelenkflüssigkeit. Umgangssprachlich nennt man sie auch Gelenkschmiere. Diese Flüssigkeit ernährt die Strukturen im Kniegelenk.
Im Laufe der Zeit oder durch starke Beanspruchungen können die Menisken verschleißen – die Knorpelscheiben werden durch Reibung rau, gequetscht und brüchig. Übergewicht, erbliche Vorbelastungen, einseitige Fehlbelastungen, auch Stoffwechselerkrankungen, beispielsweise Diabetes, aber in erster Linie fortschreitendes Altern führen zur Abnutzung der Knorpel und die Gelenkflüssigkeit verringert sich. Die Elastizität geht verloren und das Knie kann immer weniger belastet werden. Später können auch die Knochenstrukturen angegriffen werden.
Bei diesen Veränderungen entstehen Schmerzen und zuweilen auch Entzündungen, eine Gonarthrose nimmt ihren Lauf.

Die Symptome

Die Diagnose trifft beinahe jeden vierten Erwachsenen in Deutschland. Das sind etwa 5 Millionen Deutsche, die unter einer Arthrose im Knie leiden:
Morgens schmerzt das Kniegelenk und manchmal ist es erst einmal steif. Dies sind die ersten Anzeichen einer Gonarthrose. Im Laufe der Zeit werden die Schmerzen stärker, auch das Treppen steigen macht Beschwerden. Spätestens, wenn das Knie anschwillt, wird der Arzt aufgesucht.

Die Therapie

Zuerst wird der Mediziner mithilfe einer Röntgenuntersuchung den Grad der Abnutzung des Kniegelenks feststellen. Er wird versuchen, mit klassischen Heilmitteln und Verfahren den Verlauf der Krankheit und die Folgen der Arthrose im Knie zu lindern. Neben Schmerzmitteln können nicht-operativen Therapien wie Physiotherapie, Bewegungstherapie, Akupunktur sowie Wärme- und Kälteanwendungen Linderung bringen.
Im Falle weiter fortschreitender Arthrosen reicht die Röntgenuntersuchung nicht aus. Denn dabei können die Knorpel nicht dargestellt werden. Ein schmaler gewordener Gelenkspalt deutet zwar auf einen zu dünnen Knorpelbelag hin, letztendliche Sicherheit ergibt aber nur die Betrachtung der betroffenen weichen Gelenkteile mithilfe des Ultraschalls.
Eine Arthroskopie des Knies kann notwendig werden.

Die Arthroskopie des Knies

Diese Gelenkspiegelung ist die effektive Verbindung eines operativen Eingriffs mit einer zielgerichteten Behandlung der Gonarthrose. Untersucht wird das betroffene Knie mit einer speziellen Kamera, einem Arthroskop. Nach einem gezielten, minimalen Hautschnitt wird das Arthroskop in das Gelenk eingebracht. Die übertragenen Bilder ermöglichen dem Arzt die detaillierte Begutachtung der jeweiligen Schäden.
Gleichzeitig eröffnen sich Möglichkeiten zu Behandlung des geschädigten Knorpelgewebes durch

  • Glättung des rauen Gewebes,
  • Entfernung kranken Meniskusgewebes,
  • Schleifen des defekten Knorpelareals und durch das
  • Anbohren des kranken Knorpels.

Durch das Anbohren erhalten Knorpelvorläuferzellen die Möglichkeit, in die erkrankten Regionen vorzudringen und neue Faserknorpel zu bilden.
Diese Faserknorpel sind weniger belastbar als das ursprüngliche Knorpelgewebe. Höher belastbaren Knorpelersatz können Alternativen zur Arthroskopie des Knies erbringen: Die neu entwickelten Knorpel-Knochen-Transplantationen und Knorpelzellen-Verpflanzungen (autologe Chondrozyten-Transplantationen) sind hoffnungsvolle, neue Methoden einer effektiven Arthrosetherapie.

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